Urlaub und Krankheit als Virtuelle Assistenz
Im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit habe ich keinen einzigen Tag Urlaub gemacht. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich dachte, ich könnte es mir nicht leisten. Als ich dann mit einer Erkältung flachlag, habe ich trotzdem E-Mails beantwortet. Rückblickend war das keine gute Idee.
Als VA bist du für deine Kund:innen da und sie verlassen sich auf dich. Aber du bist auch nur ein Mensch. Krankheit passiert. Und Erholung ist kein Luxus, sondern notwendig, damit du langfristig gute Arbeit machen kannst.
Hier ist, was du wissen solltest.
Urlaub planen
Als Selbstständige hast du keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub oder Urlaubsgeld. Das heißt: Wenn du nicht arbeitest, verdienst du nichts. Trotzdem solltest du dir Auszeiten ermöglichen.
Kalkuliere von Anfang an mit Urlaub. Wenn du deine Preise und dein Jahreseinkommen planst, rechne nicht mit 52 Arbeitswochen. Plane Urlaubstage und Pufferzeiten ein. Das sollte Teil deiner Kalkulation sein, nicht ein Bonus, den du dir vielleicht irgendwann gönnst.
Kommuniziere frühzeitig. Sprich mit deinen Kund:innen rechtzeitig über geplante Abwesenheiten. Die meisten haben Verständnis, wenn sie sich darauf einstellen können. Vieles lässt sich vorarbeiten oder kann ein paar Tage warten.
Richte eine Abwesenheitsnotiz ein. E-Mail-Autoresponder, Hinweis auf Social Media, aktualisierte Signatur. So wissen alle Bescheid und du musst nicht ständig erklären, warum du nicht sofort antwortest.
Workation als Option. Wenn du merkst, dass du bestimmte Dinge wirklich nicht liegen lassen kannst: Kombiniere Urlaub und Arbeit. Verreise, aber plane ein bis zwei Stunden täglich für das Wichtigste ein. Das ist kein richtiger Urlaub, aber manchmal ein guter Kompromiss.
Was passiert bei Krankheit?
Anders als Angestellte bekommst du als Selbstständige keine Lohnfortzahlung. Wenn du krank bist, fällt dein Einkommen weg. Das ist eine Realität, die viele beim Start unterschätzen.
Informiere deine Kund:innen. Wenn du merkst, dass es länger dauert oder Fristen wackeln, sag Bescheid. Ehrliche Kommunikation ist besser als Funkstille. Die meisten Kund:innen haben Verständnis, wenn du offen bist.
Kuriere dich aus. Krank arbeiten verlängert die Krankheit oft nur. Und schlechte Arbeit, weil du nicht fit bist, hilft niemandem.
Krankengeld für Selbstständige: Das solltest du wissen
Selbstständige haben nicht automatisch Anspruch auf Krankengeld. Du musst dich aktiv darum kümmern. Hier die wichtigsten Optionen:
Gesetzlich versichert mit Wahlerklärung: Du kannst bei deiner Krankenkasse eine Wahlerklärung abgeben und bekommst dann ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Dafür zahlst du den allgemeinen Beitragssatz (14,6% plus Zusatzbeitrag) statt des ermäßigten Satzes. Das Krankengeld beträgt 70% deines Arbeitseinkommens, maximal etwa 129€ pro Tag (Stand 2025). Wichtig: Du bist drei Jahre an diese Wahl gebunden.
Wahltarife der Krankenkassen: Zusätzlich oder alternativ kannst du einen Wahltarif abschließen, der Krankengeld schon früher zahlt, zum Beispiel ab dem 15. oder 22. Tag. Dafür zahlst du eine Extra-Prämie. Auch hier gilt: drei Jahre Bindung an die Krankenkasse.
Privat versichert: In der privaten Krankenversicherung gibt es kein Krankengeld. Du brauchst eine separate Krankentagegeldversicherung. Die ist flexibler gestaltbar, aber du musst sie aktiv abschließen.
Wichtig bei Krankschreibungen: Damit du Krankengeld bekommst, muss die Krankmeldung lückenlos sein. Wenn deine Arbeitsunfähigkeit am Freitag endet, brauchst du spätestens am Montag die nächste Bescheinigung. Lücken bedeuten: kein Krankengeld für diese Tage.
Vorsorge treffen
Krankheit lässt sich nicht verhindern. Aber du kannst dich vorbereiten:
Bilde Rücklagen. Ein finanzielles Polster für zwei bis drei Monate gibt dir Luft, wenn mal etwas Unerwartetes passiert.
Prüfe deine Krankenversicherung. Bist du mit oder ohne Krankengeldanspruch versichert? Lohnt sich ein Wahltarif? Das solltest du wissen, bevor du krank wirst.
Baue ein Netzwerk auf. Andere VAs, die im Notfall einspringen können, sind Gold wert. Nicht für jeden Ausfall, aber für längere Krankheiten oder wichtige Deadlines.
Plane konservativ. Rechne nicht damit, dass immer alles glattläuft. Lieber positiv überrascht sein als in Schwierigkeiten geraten.
Zum Schluss
Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass du nie Pause machen darfst. Es bedeutet, dass du selbst dafür verantwortlich bist, dir diese Pausen zu ermöglichen.
Urlaub und Krankheit sind keine Ausnahmen, sondern Teil des Lebens. Plane sie ein, kommuniziere offen und sorge vor. Dann kommst du auch durch die nächste Grippewelle oder kannst deinen Urlaub wirklich genießen.
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Urlaub und Krankheit als Virtuelle Assistenz
Im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit habe ich keinen einzigen Tag Urlaub gemacht. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich dachte, ich könnte es mir nicht leisten. Als ich dann mit einer Erkältung flachlag, habe ich trotzdem E-Mails beantwortet. Rückblickend war das keine gute Idee.
Als VA bist du für deine Kund:innen da und sie verlassen sich auf dich. Aber du bist auch nur ein Mensch. Krankheit passiert. Und Erholung ist kein Luxus, sondern notwendig, damit du langfristig gute Arbeit machen kannst.
Hier ist, was du wissen solltest.
Urlaub planen
Als Selbstständige hast du keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub oder Urlaubsgeld. Das heißt: Wenn du nicht arbeitest, verdienst du nichts. Trotzdem solltest du dir Auszeiten ermöglichen.
Kalkuliere von Anfang an mit Urlaub. Wenn du deine Preise und dein Jahreseinkommen planst, rechne nicht mit 52 Arbeitswochen. Plane Urlaubstage und Pufferzeiten ein. Das sollte Teil deiner Kalkulation sein, nicht ein Bonus, den du dir vielleicht irgendwann gönnst.
Kommuniziere frühzeitig. Sprich mit deinen Kund:innen rechtzeitig über geplante Abwesenheiten. Die meisten haben Verständnis, wenn sie sich darauf einstellen können. Vieles lässt sich vorarbeiten oder kann ein paar Tage warten.
Richte eine Abwesenheitsnotiz ein. E-Mail-Autoresponder, Hinweis auf Social Media, aktualisierte Signatur. So wissen alle Bescheid und du musst nicht ständig erklären, warum du nicht sofort antwortest.
Workation als Option. Wenn du merkst, dass du bestimmte Dinge wirklich nicht liegen lassen kannst: Kombiniere Urlaub und Arbeit. Verreise, aber plane ein bis zwei Stunden täglich für das Wichtigste ein. Das ist kein richtiger Urlaub, aber manchmal ein guter Kompromiss.
Was passiert bei Krankheit?
Anders als Angestellte bekommst du als Selbstständige keine Lohnfortzahlung. Wenn du krank bist, fällt dein Einkommen weg. Das ist eine Realität, die viele beim Start unterschätzen.
Informiere deine Kund:innen. Wenn du merkst, dass es länger dauert oder Fristen wackeln, sag Bescheid. Ehrliche Kommunikation ist besser als Funkstille. Die meisten Kund:innen haben Verständnis, wenn du offen bist.
Kuriere dich aus. Krank arbeiten verlängert die Krankheit oft nur. Und schlechte Arbeit, weil du nicht fit bist, hilft niemandem.
Krankengeld für Selbstständige: Das solltest du wissen
Selbstständige haben nicht automatisch Anspruch auf Krankengeld. Du musst dich aktiv darum kümmern. Hier die wichtigsten Optionen:
Gesetzlich versichert mit Wahlerklärung: Du kannst bei deiner Krankenkasse eine Wahlerklärung abgeben und bekommst dann ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Dafür zahlst du den allgemeinen Beitragssatz (14,6% plus Zusatzbeitrag) statt des ermäßigten Satzes. Das Krankengeld beträgt 70% deines Arbeitseinkommens, maximal etwa 129€ pro Tag (Stand 2025). Wichtig: Du bist drei Jahre an diese Wahl gebunden.
Wahltarife der Krankenkassen: Zusätzlich oder alternativ kannst du einen Wahltarif abschließen, der Krankengeld schon früher zahlt, zum Beispiel ab dem 15. oder 22. Tag. Dafür zahlst du eine Extra-Prämie. Auch hier gilt: drei Jahre Bindung an die Krankenkasse.
Privat versichert: In der privaten Krankenversicherung gibt es kein Krankengeld. Du brauchst eine separate Krankentagegeldversicherung. Die ist flexibler gestaltbar, aber du musst sie aktiv abschließen.
Wichtig bei Krankschreibungen: Damit du Krankengeld bekommst, muss die Krankmeldung lückenlos sein. Wenn deine Arbeitsunfähigkeit am Freitag endet, brauchst du spätestens am Montag die nächste Bescheinigung. Lücken bedeuten: kein Krankengeld für diese Tage.
Vorsorge treffen
Krankheit lässt sich nicht verhindern. Aber du kannst dich vorbereiten:
Bilde Rücklagen. Ein finanzielles Polster für zwei bis drei Monate gibt dir Luft, wenn mal etwas Unerwartetes passiert.
Prüfe deine Krankenversicherung. Bist du mit oder ohne Krankengeldanspruch versichert? Lohnt sich ein Wahltarif? Das solltest du wissen, bevor du krank wirst.
Baue ein Netzwerk auf. Andere VAs, die im Notfall einspringen können, sind Gold wert. Nicht für jeden Ausfall, aber für längere Krankheiten oder wichtige Deadlines.
Plane konservativ. Rechne nicht damit, dass immer alles glattläuft. Lieber positiv überrascht sein als in Schwierigkeiten geraten.
Zum Schluss
Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass du nie Pause machen darfst. Es bedeutet, dass du selbst dafür verantwortlich bist, dir diese Pausen zu ermöglichen.
Urlaub und Krankheit sind keine Ausnahmen, sondern Teil des Lebens. Plane sie ein, kommuniziere offen und sorge vor. Dann kommst du auch durch die nächste Grippewelle oder kannst deinen Urlaub wirklich genießen.
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Du fragst dich, ob du gut aufgestellt bist?
In meiner Realitätscheck & Klarheits-Session schauen wir gemeinsam auf deine Situation, auch auf Themen wie Absicherung, Kalkulation und Planung. 60 bis 90 Minuten für Klarheit, wo du stehst und was dein nächster Schritt ist.




