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Was willst du wirklich?

Was willst du wirklich?

EIGENE STIMME – Was willst du wirklich?

Warum wir verlernen, uns selbst zu kennen und wie du wieder anfängst hinzuhören

„Was willst du eigentlich wirklich?“

Ich hab kurz gelacht. Und dann nichts gesagt.

Jemand hatte mir diese Frage gestellt – ganz beiläufig, mitten im Gespräch. Und mir wurde in diesem Moment klar: Ich weiß es nicht. Ich hatte jahrelang funktioniert, erfüllt, geliefert. Und irgendwo auf dem Weg hatte ich aufgehört, mich das überhaupt noch zu fragen.

Dabei ist es die eine Frage, auf die alles andere folgt.

In dieser Folge von Tschüss 9to5 sprechen wir darüber, warum so viele von uns diese Frage nicht mehr beantworten können und was du heute tun kannst, um wieder hinzuhören.

Warum die Frage so schwer ist

Die Frage klingt einfach. Ist sie aber nicht.

Wir lernen von klein auf, Erwartungen zu erfüllen. Die der Eltern. Die der Schule. Die des Arbeitgebers. Die der Gesellschaft. Und irgendwann haben wir so lange auf externe Signale reagiert, dass die eigene Stimme immer leiser wird, bis wir sie kaum noch hören.

Psycholog:innen nennen das den Expectation Compliance Effect: Wer über Jahre primär auf Erwartungen von außen reagiert, verliert schrittweise den Zugang zu eigenen Bedürfnissen. Das ist kein Charakterproblem. Das ist Konditionierung.

Dazu kommt der Leistungsdruck. Als Angestellte:r, als Mutter, als Partnerin. Überall geht es um Optimierung und Lieferung. Da bleibt wenig Raum, um ehrlich zu fragen: Was will ich eigentlich?

Das stille Gefühl dazwischen

Viele Menschen, die zu uns kommen, beschreiben ihren Zustand so:

„Ich bin nicht wirklich unglücklich. Aber auch nicht wirklich glücklich. Einfach… neutral.“

Das klingt harmlos. Ist es aber nicht.

Laut dem Gallup Engagement Index empfinden sich weltweit nur rund 23 % der Beschäftigten als wirklich engagiert in ihrer Arbeit. Das heißt: Drei von vier Menschen gehen zur Arbeit – aber innerlich sind sie längst woanders.

Nicht krank. Nicht am Boden. Aber auch nicht wirklich da.

Wir wurden darauf trainiert, dieses Gefühl zu ignorieren. „Stell dich nicht so an.“ „Das geht ja allen so.“ „Wenn du nicht wirklich krank bist, ist es nicht schlimm genug.“

Aber dieses Graugefühl ist ein Signal. Und es lohnt sich, hinzuhören.

Drei Impulse, um wieder hinzuhören

Du brauchst keinen großen Plan. Keine fertige Vision. Keine Antwort auf alles.

Fang mit diesen drei Fragen an:

1. Der Kündigungs-Check Stell dir vor, du wirst morgen freigestellt. Wie fühlt sich das als erstes an, bevor du anfängst nachzudenken? Erleichterung? Panik? Leere? Beides? Schreib genau das auf.

2. Der Film-Test Stell dir vor, du siehst dich in einem Film. März, in zwei Jahren. Du sitzt an deinem jetzigen Arbeitsplatz. Wie fühlt sich dieses Bild an? Würdest du dieser Figur zuschauen wollen?

3. Die eine Sache Was ist die eine Sache, die du dir nie erlaubst zu wollen, weil sie unrealistisch klingt, zu groß ist oder du dich dafür schämst? Schreib sie auf. Nur für dich. Niemand muss das sehen.

Das Ziel dieser Übung ist nicht, einen Plan zu haben. Das Ziel ist, wieder zu spüren, was da ist.

Sehnsucht muss keine große Vision sein

Ein wichtiger Punkt, den wir in der Folge besprechen: Sehnsucht muss nicht laut sein.

Manchmal ist es kein großer Traum vom Laptop am Strand. Manchmal ist es nur ein leises Schulterzucken. Ein Gedanke, der immer wieder auftaucht und den man schnell wieder wegschiebt. Ein Moment, in dem man sich vorstellt, wie es anders sein könnte.

Das zählt.

Denn Sehnsucht ist kein Luxus. Sie ist Information. Und wer anfängt, ihr zuzuhören, findet meistens mehr als erwartet.

Du musst das nicht alleine herausfinden

Viele der Fragen, die in dieser Folge auftauchen, sind nicht die Art, die man mal schnell beim Frühstück beantwortet.

Im OfficeLab begegnen wir genau diesen Momenten: Menschen, die nicht krank sind, aber auch nicht wirklich da. Die merken, dass da mehr sein könnte. Die anfangen zu fragen und dann nicht mehr alleine weiterkommen.

Wenn du dich da wiedererkennst: Du bist willkommen.

officelab.work


Quellen

Gallup State of the Global Workplace 2023: https://www.gallup.com/workplace/349484/state-of-the-global-workplace.aspx

Psychology Today – Identity & Self-Concept: https://www.psychologytoday.com/us/basics/identity

BAuA – Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Gd100.html


 

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Judith Esser

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