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Angebot schreiben VA

Angebot schreiben VA

Angebote schreiben als VA: Aufbau, Tipps & Beispiele

Warum dein Angebot als VA nicht nur eine Email ist, sondern dein erstes Arbeitsergebnis für den Kunden.

Ich bekomme regelmäßig Angebote von VAs zugeschickt. Und es gibt im Grunde zwei Sorten, die nicht funktionieren: Die einen klatschen lieblos drei Stichpunkte und einen Stundensatz in eine E-Mail, ohne jeden Bezug zu dem, was ich eigentlich brauche. Die anderen schicken mir ihre halbe Lebensgeschichte, erzählen von ihrer Leidenschaft für Organisation und warum sie sich selbstständig gemacht haben, aber vergessen dabei, mir ein konkretes Angebot zu machen. Beides führt dazu, dass die Mail im Papierkorb landet. Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil ich als Kundin damit nichts anfangen kann.

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Dein Angebot ist kein Preisschild und keine Bewerbungsmappe

Die lieblose Variante kennst du wahrscheinlich selbst, wenn du mal auf der anderen Seite gesessen hast: Eine E-Mail mit fünf Stichpunkten, einem Stundensatz und dem Satz „Bei Interesse melden Sie sich gerne.“ Kein Bezug zum Gesuch, kein konkreter Vorschlag, keine Idee davon, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte.

Die andere Variante ist genauso problematisch, nur auf eine andere Art. Da steht dann ein halber Roman darüber, warum jemand sich selbstständig gemacht hat, was sie an Organisation begeistert und welche Werte ihr wichtig sind. Das mag alles stimmen. Aber der Kunde, der das liest, denkt: Schön und gut, aber was genau bietest du mir an und was kostet es?

Dein Angebot ist deine erste Arbeitsprobe. Es zeigt, wie du arbeitest. Ob du strukturiert denkst. Ob du liest, was der Kunde geschrieben hat. Ob du seine Situation verstanden hast oder ob du einfach deine Standardvorlage rausschickst. Ein Kunde, der ein durchdachtes Angebot liest, bekommt sofort ein Gefühl dafür, wie die Zusammenarbeit mit dir laufen wird. Und genau dieses Gefühl entscheidet oft mehr als der Stundensatz.

Hier kommt eine konkrete Anleitung, wie du ein Angebot schreibst, das weder lieblos noch überladen ist.

Schritt 1: Lies das Gesuch, als wärst du der Kunde

Der größte Fehler passiert nicht beim Schreiben, sondern davor. Viele VAs überfliegen ein Gesuch, erkennen ein paar Schlagwörter und schicken ihre Standardnachricht raus. Aber wenn du dir nicht die Zeit nimmst, wirklich zu verstehen, was da gesucht wird, schreibst du am Kunden vorbei.

Lies das Gesuch so, als müsstest du es jemandem in eigenen Worten zusammenfassen. Was genau braucht diese Person? Welches Problem will sie lösen? Steht zwischen den Zeilen noch etwas, das sie nicht explizit geschrieben hat? Wenn jemand schreibt „Ich brauche Unterstützung bei meinem Newsletter, der seit Monaten brachliegt“, dann steckt da mehr drin als nur ein technischer Versand. Da steckt drin: Ich bin überfordert, ich habe vielleicht ein schlechtes Gewissen, ich brauche jemanden, der das einfach übernimmt und mir sagt, was ich zuliefern muss.

Laut der Freelancer-Studie 2026 von freelance.de brauchen über ein Viertel aller Selbstständigen mittlerweile länger als drei Monate, um ein neues Projekt zu finden. Der Markt ist enger geworden. Umso wichtiger ist es, dass du auf Gesuche nicht mit einem Standardtext antwortest, sondern mit einem Angebot, das zeigt: Ich habe gelesen, was du brauchst, und ich habe mir Gedanken gemacht.

Schritt 2: Der Aufbau, der funktioniert

Ein Angebot, das funktioniert, braucht nicht viel. Aber das, was drin steht, muss stimmen.

Die Zusammenfassung des Bedarfs. Fang damit an, in zwei, drei Sätzen wiederzugeben, was du aus dem Gesuch herausgelesen hast. Das zeigt deinem potenziellen Kunden sofort: Diese Person hat nicht einfach eine Massennachricht geschickt, sondern sich mit meiner Situation beschäftigt. Das klingt selbstverständlich, aber ich sage dir aus Erfahrung: Es macht kaum jemand. Und genau deshalb fällt es auf, wenn du es tust.

Dein konkretes Angebot. Nicht eine lose Sammlung von allem, was du kannst. Sondern genau die Leistungen, die zu dem passen, was im Gesuch steht. Wenn dort steht, dass der Newsletter seit Monaten brachliegt und die Social-Media-Kanäle verwaist sind, dann gehört in dein Angebot: Newsletter-Planung und -Versand, Content-Erstellung für zwei Kanäle. Nicht: E-Mail-Management, Kalenderorganisation, Reisebuchungen, Social Media, Kundensupport, und was du sonst noch alles auf Lager hast.

Dein Preis und wie er sich zusammensetzt. Ob du nach Stunden, nach Paketen oder mit einer Monatspauschale arbeitest, ist dir überlassen. Aber mach transparent, was der Kunde für sein Geld bekommt. Ein Stundensatz allein sagt wenig, weil dein Kunde nicht weiß, wie viele Stunden er einplanen muss. Wenn du schätzen kannst, dass der Newsletter-Aufbau etwa fünf Stunden im Monat dauert, dann schreib das rein. Das macht deinen Preis greifbar.

Zeitrahmen und nächste Schritte. Ab wann kannst du starten? Wie sieht die Einarbeitung aus? Was brauchst du vom Kunden, um loslegen zu können? Kunden, die zum ersten Mal mit einer VA arbeiten, wissen oft nicht, wie das praktisch abläuft. Wenn du ihnen diesen Prozess im Angebot schon skizzierst, nimmst du ihnen die Unsicherheit. Und du zeigst, dass du das nicht zum ersten Mal machst.

Eine Gültigkeit. Ein Angebot sollte nicht ewig gelten. Schreib rein, bis wann der Kunde sich melden kann, zum Beispiel 14 Tage. Das hat nichts mit Druck machen zu tun, sondern damit, dass sich deine Verfügbarkeit und deine Preise ändern können. Außerdem gibt es deinem Kunden einen konkreten Rahmen, statt das Angebot monatelang in irgendeinem Postfach vergammeln zu lassen.

Schritt 3: So formulierst du, dass es ankommt

Die größte Stolperfalle beim Schreiben: Du klingst wie ein Bewerbungsschreiben aus dem Jahr 2005. „Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich Ihnen meine Dienstleistungen anbieten…“ Das liest kein Mensch zu Ende.

Orientiere dich am Ton des Gesuchs. Wenn der Kunde dort locker und direkt schreibt, kannst du das auch. Wenn er dich duzt, duze ihn zurück. Nimm Bezug auf das, was er geschrieben hat, und steig damit ein. Etwas wie: „Ich habe dein Gesuch gelesen und mir Gedanken gemacht, wie ich dich beim Newsletter am besten unterstützen kann. Hier mein Vorschlag.“ Das ist kein Werbetext. Das ist eine ganz normale, professionelle Nachricht von jemandem, der helfen will.

Formuliere aus der Perspektive des Kunden. Nicht: „Ich biete Social-Media-Management an.“ Sondern: „Du bekommst zweimal pro Woche fertige Posts für Instagram, inklusive Grafik und Caption, die du nur noch freigeben musst.“ Der Unterschied ist subtil, aber er verändert, wie dein Angebot gelesen wird. Im ersten Fall redest du über dich. Im zweiten Fall redest du darüber, was der Kunde davon hat.

Und sei ehrlich. Wenn du etwas noch nie gemacht hast, sag das. Nicht als Entschuldigung, sondern als Fakt. „Mit Podcast-Schnitt habe ich bisher keine Erfahrung, das möchte ich dir gegenüber transparent halten. Für alles andere bringe ich solide Praxis mit.“ Ehrlichkeit schafft Vertrauen. Und Vertrauen schlägt Perfektion, besonders am Anfang.

Schritt 4: Was du weglassen solltest

Alles, was der Kunde nicht angefragt hat. Wenn er einen Newsletter braucht, interessiert ihn deine Erfahrung mit Reisebuchungen nicht. Es ist verlockend, möglichst viel reinzupacken, um kompetent zu wirken. Aber das Gegenteil passiert: Dein Angebot wirkt beliebig. Wie ein Bauchladen, bei dem man nicht weiß, was der Laden eigentlich gut kann.

Lass auch die Selbstdarstellung weg. Das ist der häufigste Fehler in die andere Richtung: Statt zu wenig zu schreiben, schreibst du zu viel über dich. Dein Werdegang, deine Motivation, warum du dich für die Selbstständigkeit entschieden hast. All das mag stimmen und es mag dir wichtig sein. Aber dein Kunde will in diesem Moment nicht deine Geschichte lesen, sondern eine Antwort auf seine Frage: Kannst du mir helfen, und wenn ja, wie genau?

Dasselbe gilt für Selbstverständlichkeiten. „Ich arbeite zuverlässig, gewissenhaft und termingerecht.“ Das sagt jeder. Es ist Füllmaterial. Zeig stattdessen durch die Qualität deines Angebots, dass du diese Dinge draufhast. Ein strukturiertes, fehlerfreies Angebot, das kurz nach dem Gesuch im Postfach des Kunden landet, sagt mehr über deine Zuverlässigkeit als jeder Satz darüber.

Ein Beispiel, das den Unterschied zeigt

Stell dir vor, du findest ein Gesuch von einer Grafikdesignerin. Sie schreibt, dass sie jemanden sucht, der ihr den ganzen Verwaltungskram abnimmt, damit sie sich auf ihre Projekte konzentrieren kann. Ihr Postfach quillt über, Rechnungen werden zu spät geschrieben, und ihr Instagram-Account liegt seit Monaten brach.

Ein schwaches Angebot würde so anfangen: „Ich biete Ihnen folgende Dienstleistungen an: E-Mail-Management, Rechnungsstellung, Social-Media-Management, Terminplanung, Kundenkommunikation, Datenpflege.“ Das ist eine Liste. Kein Angebot.

Ein starkes Angebot würde so anfangen: „In deinem Gesuch schreibst du, dass dir vor allem drei Dinge über den Kopf wachsen: das volle Postfach, die liegengebliebenen Rechnungen und dein Instagram-Account, um den sich seit Monaten niemand kümmert. Genau da würde ich ansetzen.“ Und dann kommt der konkrete Vorschlag, aufgeteilt in klare Bereiche mit geschätztem Zeitaufwand und Preis.

Der Unterschied liegt nicht im Inhalt. Die Leistungen sind fast dieselben. Der Unterschied liegt darin, dass die zweite Version zeigt: Ich habe dein Gesuch gelesen, ich habe verstanden, was dich stresst, und ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich dir konkret helfen kann.

Schritt 5: Nachfassen ist kein Betteln

Du hast dein Angebot abgeschickt und es passiert: nichts. Kein Feedback, keine Absage, keine Zusage. Viele VAs deuten das als Ablehnung und haken die Sache ab. Aber meistens ist die Wahrheit viel banaler: Der Kunde hat es gelesen, wollte sich damit noch beschäftigen und dann ist der Alltag dazwischengekommen.

Nach einer Woche kurz nachhaken ist völlig in Ordnung. Kein Roman, keine Entschuldigung. Etwas wie: „Ich wollte kurz nachfragen, ob du noch Fragen zu meinem Angebot hast oder ob ich etwas anpassen soll.“ Das ist professionell, nicht aufdringlich. Und oft genug ist genau diese kurze Nachricht der Anstoß, der zur Zusage führt.

Falls du für die Angebotserstellung und spätere Rechnungsstellung ein sauberes Tool suchst: Ich arbeite mit Papierkram, weil es einfach zu bedienen ist und du Angebote direkt in Rechnungen umwandeln kannst, ohne alles nochmal eintippen zu müssen.

Dein Angebot ist dein erster Eindruck

Am Ende läuft es darauf hinaus: Dein Angebot ist nicht irgendein Dokument, das du pflichtbewusst rausschickst. Es ist deine Visitenkarte, dein erstes Arbeitsergebnis, dein Beweis dafür, dass du die Richtige für den Job bist. Behandle es auch so.

Nimm dir die Zeit, es auf den Kunden zuzuschneiden. Schreib konkret statt allgemein. Zeig, dass du das Gesuch gelesen und verstanden hast. Und dann schick es raus, auch wenn es sich noch nicht perfekt anfühlt. Ein solides Angebot, das heute im Postfach landet, schlägt ein perfektes Angebot, das nächste Woche fertig wird. Denn bis dahin hat der Kunde sich vielleicht schon für jemand anderen entschieden.


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Und wenn du dir unsicher bist, wie du dich als VA positionierst und welche Kunden wirklich zu dir passen: In meinem Mentoring arbeiten wir genau daran, individuell und ohne Standardrezepte.

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Sarah

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