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Feedback geben als VA: Professionell Kontra geben

Es gibt diesen Moment in fast jeder Zusammenarbeit, in dem du merkst: Das wird so nicht funktionieren. Der Kunde will einen Newsletter mit zwölf verschiedenen Schriftarten, oder eine Landingpage ohne klaren Call-to-Action, oder einen Social-Media-Plan, der aus fünf Postings pro Tag besteht, obwohl es weder Content noch Budget dafür gibt. Du weißt, das wird schiefgehen und trotzdem tippst du „Mach ich“ in die Nachricht, weil du Angst hast, den Auftrag zu verlieren.

Warum wir lieber schweigen, als etwas zu sagen

Gerade am Anfang als VA fühlt sich jeder Auftrag wie ein Geschenk an. Jemand vertraut dir seine Arbeit an, bezahlt dich dafür, und du willst auf keinen Fall den Eindruck erwecken, schwierig zu sein. Also nickst du, setzt um, lieferst ab und hoffst, dass es irgendwie doch funktioniert, obwohl du es besser weißt.

Das Problem daran: Es funktioniert meistens nicht. Und dann bist du diejenige, die das Ergebnis verantwortet. Der Kunde sieht die Zahlen, ist enttäuscht und fragt sich, warum du nichts gesagt hast. Berechtigte Frage, eigentlich.

Die Freelancer-Studie 2026 von freelance.de zeigt, dass 31 Prozent der befragten Freelancer im Arbeitsalltag regelmäßig von Missverständnissen und unklaren Absprachen mit Kund:innen berichten. Fast ein Drittel also. Und ein großer Teil dieser Missverständnisse entsteht nicht, weil die Kommunikation grundsätzlich schlecht ist, sondern weil an den entscheidenden Stellen niemand den Mund aufmacht.

Es geht nicht nur darum, recht zu haben

Bevor wir darüber reden, wie du etwas sagst, müssen wir kurz klären, wann du etwas sagen solltest. Denn nicht jeder Impuls, dem Kunden zu widersprechen, ist berechtigt.

Wenn dein Kunde eine andere ästhetische Vorstellung hat als du, ist das kein Grund für Feedback. Wenn er eine Strategie verfolgt, die du persönlich nicht wählen würdest, aber die durchaus funktionieren kann, auch nicht. Geschmack ist kein Argument. Deine Aufgabe als VA ist nicht, dem Kunden deinen Stil aufzudrücken.

Anders sieht es aus, wenn du aufgrund deiner Erfahrung und deines Fachwissens erkennst, dass etwas nicht das gewünschte Ergebnis bringen wird, wenn technisch etwas nicht umsetzbar ist, wenn eine Deadline unrealistisch ist und das Ergebnis darunter leiden wird, oder wenn der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht und der Kunde das nicht auf dem Schirm hat. In diesen Fällen gehört es zu deinem Job, etwas zu sagen, weil du dafür bezahlt wirst, mitzudenken.

Die Angst vor dem Nein ist meistens größer als die Reaktion

Viele VAs stellen sich die Reaktion des Kunden schlimmer vor, als sie tatsächlich ist. In ihrem Kopf läuft ein Film ab: Der Kunde ist beleidigt, hält dich für anmaßend, sucht sich jemand anderen. In der Realität passiert meistens etwas ganz anderes. Der Kunde ist erleichtert, dass du mitdenkst. Oder er sagt „Guter Punkt, lass uns das anders machen.“ Oder er erklärt dir den Hintergrund und du verstehst, warum er es so haben will, und dann ist es auch okay.

Die wenigsten Kund:innen reagieren auf sachliches Feedback mit Wut. Die meisten reagieren erst dann schlecht, wenn du wochenlang schweigst und am Ende ein Ergebnis ablieferst, das nicht funktioniert. Denn Vertrauen geht nicht verloren, weil du ehrlich bist, sondern weil du es nicht warst.

Wie du sagst, was du denkst, ohne die Beziehung zu beschädigen

Es gibt ein paar Grundregeln, die dir helfen, professionell Feedback zu geben, ohne dass es wie Kritik am Kunden klingt.

Trenn die Person vom Thema. Du kritisierst nicht den Kunden, du bewertest eine Idee. Das klingt selbstverständlich, aber in der Formulierung macht es einen riesigen Unterschied. „Das funktioniert nicht“ ist etwas anderes als „Ich sehe da ein Problem bei der Umsetzung und möchte dir zeigen, warum.“ Der erste Satz schließt das Gespräch, bevor es angefangen hat, der zweite öffnet es.

Bring eine Alternative mit. Niemand hört gerne „Das geht so nicht“, wenn danach Stille kommt. Wenn du eine Idee hinterfragst, bring gleichzeitig einen Vorschlag, wie es besser laufen könnte. Das zeigt, dass du nicht blockierst, sondern mitarbeitest. Und es nimmt dem Kunden die Arbeit ab, selbst eine Lösung finden zu müssen.

Begründe fachlich, nicht emotional. „Ich finde das nicht gut“ ist kein Argument. „Erfahrungsgemäß liegt die Öffnungsrate bei Newslettern mit mehr als drei verschiedenen Schriftarten deutlich niedriger, weil die Lesbarkeit leidet“ ist eins. Du musst nicht immer eine Statistik parat haben, aber deine Einschätzung sollte auf etwas basieren, das über ein Bauchgefühl hinausgeht. Wenn du sagst, warum etwas wahrscheinlich nicht funktioniert, kann der Kunde selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen will.

Wähle den richtigen Zeitpunkt. Feedback mitten in einer stressigen Projektphase, wenn der Kunde ohnehin unter Druck steht, kommt selten gut an. Besser ist es, solche Dinge in einem ruhigen Moment anzusprechen, idealerweise bevor du mit der Umsetzung beginnst. Je früher du etwas sagst, desto einfacher ist die Kurskorrektur. Wenn du erst nach drei Tagen Arbeit sagst, dass du von Anfang an Bedenken hattest, ist das für beide Seiten frustrierend.

Akzeptiere ein Nein. Manchmal legst du deine Bedenken dar, und der Kunde sagt: „Ich verstehe deinen Punkt, aber ich möchte es trotzdem so.“ Dann ist das seine Entscheidung, und du setzt es um. Du hast mitgedacht, kommuniziert und eine Alternative angeboten, mehr kannst du nicht tun, und mehr wird auch nicht von dir erwartet.

Was passiert, wenn du immer nur nickst

Kurzfristig fühlt sich Schweigen bequemer an, weil du dir das unangenehme Gespräch sparst. Nur verschwindet das Problem dadurch nicht, es verschiebt sich bloß.

Wenn du regelmäßig Dinge umsetzt, von denen du weißt, dass sie nicht funktionieren, produzierst du schlechte Ergebnisse. Und schlechte Ergebnisse führen dazu, dass der Kunde dich irgendwann nicht mehr bucht, nicht weil du zu ehrlich warst, sondern weil deine Arbeit nicht überzeugt hat. Die Ironie daran: Du hast geschwiegen, um den Auftrag zu behalten, und genau dieses Schweigen kostet dich am Ende den Auftrag.

Außerdem verschiebt sich mit der Zeit dein Selbstbild. Wenn du dich daran gewöhnst, immer nur auszuführen und nie mitzudenken, positionierst du dich selbst als reine Abarbeiterin. Und genau so werden dich die Kund:innen dann auch behandeln. Gute Kund:innen wollen keine Roboter. Sie wollen jemanden, der mitdenkt, der Dinge sieht, die sie selbst nicht sehen, und der den Mut hat, das auch auszusprechen.

Feedback als Teil deiner Dienstleistung

Die besten Kundenbeziehungen, die ich über die Jahre erlebt habe, waren die, in denen beide Seiten offen miteinander reden konnten. In denen der Kunde wusste, dass er sich auf meine Einschätzung verlassen kann, auch wenn sie unbequem ist. Und in denen ich wusste, dass er mir nicht den Kopf abreißt, wenn ich mal sage: „Ich würde das anders machen.“

Dieses Vertrauen entsteht nicht über Nacht. Es wächst mit jedem Mal, in dem du etwas ansprichst und der Kunde merkt, dass du recht hattest. Mit jeder Alternative, die du vorschlägst und die besser funktioniert als der ursprüngliche Plan. Und mit der Erkenntnis auf beiden Seiten, dass ehrliche Kommunikation kein Zeichen von Schwäche ist, sondern von Professionalität.

Fachliches Feedback zu geben ist keine Zusatzleistung, die du kostenlos obendrauf packst. Es ist Teil dessen, wofür du gebucht wirst. Dein Kunde zahlt nicht nur für deine Hände, er zahlt für deinen Kopf. Und den solltest du auch benutzen.


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Sarah

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